Urfaust


 

 

Besetzung

Urfaust
von Johann Wolfgang von Goethe

 

Regie: Ingrid Gündisch
Bühnenbild / Kostüme: Florilena Farcasanu-Popescu
Musik: Haricleea Badescu
Regieassistenz: Alexandra Pazgu
Es spielen: Roger Parvu - Faust
Franz Kattesch / Mircea Dragoman - Mephisto
Johanna Adam - Margarethe
Monika Dandlinger - Frau Marthe / Lieschen
Georg Potzolli - Wagner / Siebel
Wolfgang Ernst - Erdgeist / Alten
Catalin Neghina - Brander
Viorel Rata - Frosch
Alexandru Deac - Student
Renate Müller-Nica - Böser Geist

Termine

Premiere: 17. Dezember 2004
Weitere Vorstellungen: Die Inszenierung ist bis Ende 2005 weiterhin in Rumänien zu sehen sein.

Ort

Radu Stanca Theater
Hermannstadt (Sibiu), Rumänien

Zum Stück

Urfaust

Der Urfaust ist die erste uns erhaltene Fassung des Dramas und zeigt den Zustand, den es im Winter 1775/76 hatte. Hier sind schon beide Kerne des Dramas enthalten: Die Gelehrten- und die Gretchenhandlung. Der Urfaust ist der Sturm- und- Drang- Faust des jungen Goethe. In dieser ersten Fassung ist die Schlusspartie der Szene Nacht mit dem gewaltigen, im Todeswunsch gipfelnden Monolog und dem anschließenden Ostergesang noch nicht enthalten. Die Hexenküche ist nicht vonnöten, da Faust kaum älter als dreißig, noch keiner Verjüngung bedarf, um voller Leidenschaft für Gretchen zu erglühen. Seine erste Begegnung und die Wette mit Mephisto kommen ebenfalls erst im Faust I dazu. Aber fast mehr als im Gehalt unterscheidet sich der Urfaust in der Form von dem späteren Werk. Wichtige Szenen, die später in Versen erscheinen, haben hier eine kraftvolle, leidenschaftliche Prosa.

Faust

"Fausts Charakter, auf der Höhe wohin die neue Ausbildung aus dem alten rohen Volksmärchen denselben hervorgehoben hat, stellt einen Mann dar, welcher, in den allgemeinen Erdeschranken sich ungeduldig und unbehaglich fühlend, den Besitz des höchsten Wissens, den Genuss der schönsten Güter für unzulänglich achtet, seine Sehnsucht auch nur im mindesten zu befriedigen, einen Geist welcher deshalb nach allen Seiten sich wendend, immer unglücklicher zurückkehrt."

Auffällig an Goethes Äußerung von 1826 ist, dass nicht von Titanismus, von heroischer Gottgleichheit, vom Streben ins Unbedingte die Rede ist, was wir heute als das "Faustische" bezeichnen. Stattdessen werden Ungeduld und Unbehaglichkeit "in den allgemeinen Erdeschranken" festgestellt, Ungenügen an Wissen und Genuss, unbefriedigte Sehnsucht und unglückliches Bewusstsein. Insofern ist Faust ein junger, hochbegabter Mensch, der zwischen Überheblichkeit, Anmaßung, Selbstüberschätzung und andererseits Zerknirschung, Selbstzweifel, Lebensangst und dem Gefühl der Vergeblichkeit hin- und hergerissen ist.

 

9 Photos von Uraust.


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