Zum Stück
Wie kann man leben, wenn man nur noch auf das Ende
hinlebt?
„Wir sind doch nicht im Begriff, etwas zu
bedeuten?“, so die größte Angst von Hamm und Clov, Herr und Knecht, Krüppel
und Krüppel, die auf das Ende warten. Hamm, blind und im Rollstuhl, Clov,
der nicht mehr sitzen kann, dazu Hamms beinlose Eltern Nagg und Nell, die
ihre letzten Stunden in Mülltonnen fristen, halten sich an strenge
Hierarchie und kuriose Rituale, um der absoluten Sinn- und Ziellosigkeit
entgegenzutreten und sie gleichzeitig nicht zu verlieren. Außerhalb ihrer
kleinen Welt ist bereits das Nichts, innerhalb spielen sie sich etwas vor,
was Leben heißen könnte, aber doch nur ein Vegetieren angesichts des
ersehnten, gefürchteten Todes ist.
Der irische Literaturnobelpreisträger Samuel
Beckett (1906-1989) erschafft poetische Figuren, todtraurige Clowns,
Gestrandete und Entstellte, die der Gleichgültigkeit der Welt mit
heiter-verzweifelter Ergebenheit begegnen. „Endspiel“ zeigt
schmerzvoll und komisch die Welt nach dem finalen Einschlag, den Menschen,
der sich selbst abgeschafft hat.