Zum Stück
Der Originaltitel des Stücks ist „Closer“.
Die Uraufführung war am 29. Mai 1997 am Royal National Theatre in London.
Im Februar 1998 war die Deutschsprachige Erstaufführung an den Münchner
Kammerspielen. „Hautnah“ ist eine Komödie, der es an Tragik
allerdings nicht fehlt.
Es geht in dem Stück vordergründig um Sex, aber
vor allem geht es um das, was der englische Titel nahe legt: Um Nähe und
Fremde. Wie viel Nähe lässt man in einer Beziehung zu? Und wie viel
Fremde, wie viel Distanz? Eine gelungene Beziehung wahrt ein gutes Verhältnis
zwischen Nähe und Distanz. Zuviel Nähe führt dazu, dass man alles vom
Partner kennt, alles weiß, und dass die Beziehung langweilig werden kann.
Zu viel Distanz führt zu Unverbindlichkeit und letztendlich zu
Austauschbarkeit.
Sex, Lügen, Liebe, Internet sind die Bestandteile
dieses Beziehungskarussells. Junge und nicht mehr so junge Menschen von
heute. Fast alles ist erlaubt. Weder der Glaube, noch die Moral geben
Normen vor, es fehlen die allgemein verbindlichen Richtlinien. Vier
Singles ohne existentielle Sorgen. Der Mensch ist der Freiheit
ausgeliefert, muss ständig neue Entscheidungen treffen und die
Konsequenzen dafür tragen. Im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt,
heißt es. Für den Krieg gibt es die Genfer Konventionen, für die Liebe
jedoch gibt es nur eigene Maßstäbe.
Patrick Marber, der viele Jahre lang als
Stand–up–comedian durch die Lande tingelte, sagte in einem Interview für
„Die Welt“ am 7. März 2001: „Gelächter muss unbedingt in meinen Stücken
sein, ohne dass sie in Optimismus baden. Ich denke, Lachen ist auch eine
bestimmte Art, das Leben zu feiern. Es gibt zwar depressive Phasen, aber
am Ende glaube ich, dass zu leben besser ist, als zu sterben. Humor ist
dabei ungeheuer wichtig. Er macht das Leben lebenswert, wie die Liebe.“