Yard Girl |
Ingrid Gündisch gelingt „Theaterereignis“ in Kölnvon
Christian Schoger, Siebenbürgische Zeitung, 15. April 2003 |
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Yard Girlvon
C. Z., Theater Rundschau, März 2003 |
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Freundinnen fürs Lebenvon
Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 4. Feb. 2003 |
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Das Leben präsentiert die Verlustrechnungvon
Hans-Christoph Zimmermann, General-Anzeiger Bonn, 4. Feb. 2003 |
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Wenig Risse im Eis des coolen Spielsvon Arndt Kremer, Kölner
Stadt-Anzeiger, 5. Feb. 2003 |
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Ingrid Gündisch gelingt „Theaterereignis“ in Kölnvon Christian Schoger, Siebenbürgische Zeitung, 15. April 2003 |
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Keine 18, lassen nichts anbrennen, cooles Outfit und Trash-Sprüche verschärft. Die Yard-Girls, eine abgekochte Girl-Gang, zieht durchs Londoner Milieu. Szene heißt Fun, viel Adrenalin, heißt Drogen, Sex und Gewalt. Die Straße macht kaputt. Boo, die Blondine mit Piercings an Lippen und Nase, geht für zwei Jahre in den Knast. Marie wird schwanger. Deanne geht „hops“. Was sie suchten? - Ihre Identität. Das Stück „Yard Girl“ beruht auf genauen Milieu-Recherchen der 31-jährigen Autorin Rebecca Prichard. Anfang Februar in Köln in Szene gesetzt hat das Sozialdrama die 26-jährige Regisseurin Ingrid Gündisch, Tochter der bekannten siebenbürgischen Buchautorin Karin Gündisch. Ihr Regiedebüt am Kölner West-End-Theater. Die Presse spendete ersten Lorbeer. „Eine sehenswerte Inszenierung“, fand der General-Anzeiger Bonn: „Ganz behutsam erzählt die junge Regisseurin Ingrid Gündisch von der emotionalen Annäherung der Mädchen“. Die Kölnische Rundschau berichtet über ein „Theaterereignis" mit „starkem Premierenbeifall“ und fügt hinzu: „Ingrid Gündisch und ihre Schauspielerinnen zaubern Leben in die konventionell gezimmerte Ästhetik der Vorlage“. Wie ihre international renommierte Mutter hat sich Ingrid Gündisch für die künstlerische Arbeit entschieden. Gleichwohl gilt: Ingrid ist keine „Tochter von“. Den Dialog freilich sucht und pflegt sie regelmäßig: „Mit meiner Mutter spreche ich sehr viel über meine Arbeit, über ihre Arbeit, weil wir neugierig sind auf das, was die andere macht und weil uns die gemeinsamen Gespräche beflügeln.“ Beide Elternteile stammen aus Heltau, Tochter Ingrid kam in Bukarest zur Welt. Zwar lebt sie seit 18 Jahren in Deutschland, zurzeit (noch ledig) in Köln. Ihre siebenbürgischen Wurzeln sind aber nach wie vor unverkennbar („Ich rolle das 'r' noch immer. Und alle fragen mich: Von wo kommst du?“). Ingrid Gündisch zeigte sich früh schon (ob genetisch belastet?) sprachlich versiert. Dreimal war sie Preisträgerin des deutschen Jugendschreibwettbewerbs „Treffen Junger Autoren“, ehe sie für zwei Jahre Jurymitglied wurde und ihrerseits Schreibwerkstätten anbot. Außerdem veröffentlichte sie bereits in Anthologien und Zeitschriften. Als Anerkennung für ihre kulturelle Arbeit erhielt Ingrid Gündisch das Friederike Brion Stipendium der „Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung, Basel“. Ihre Musikalität konnte Ingrid am Klavier, beim Gesangsunterricht und im Freiburger Bachchor ausleben. Lässt sich ihre Regiearbeit einer bestimmten Schule zuordnen? Ausweichende Antwort („Wahrscheinlich ist das die Aufgabe der Kritiker.“). Fremde Inszenierungen, die sie inspirieren, natürlich gibt es die. Doch sie eifert keinem Regisseur bewusst nach. Übrigens inszenierte die Jungregisseurin vor dem „Yard Girl“ in Köln bereits 2001 am Studiotheater Berlin die „Belgrader Trilogie“ von Biljana Srbljanovic und im Jahr darauf „Hautnah“ von Patrick Marber. In der nächsten Spielzeit will Ingrid Gündisch ein weiteres Stück für das Schauspiel Köln inszenieren. Welches, steht noch in den Sternen. Nicht so ihre nächste Reise nach Siebenbürgen. Schon diesen Sommer begleitet sie ihre Bühnenbildnerin Julia Hansen dorthin. Deren Großmutter kommt nämlich von dort. Die Welt ist klein. „Und natürlich“, lässt uns die aufstrebende Künstlerin wissen, „werden wir auch einige Zeit in Michelsberg verbringen, wo wir ein Bauernhaus haben, und in Bukarest, wo Freunde von mir wohnen.“ |
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Yard Girlvon C. Z., Theater Rundschau, März 2003 |
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Während der ersten Hälfte der einstündigen Aufführung wollte der Berichterstatter mehrfach den Ort des Geschehens verlassen, obwohl die beiden Darstellerinnen Claude De Demo und Dunja Dogmani ausgesprochen hübsch und wirklich erstklassig waren, obwohl die Inszenierung Ingrid Gündischs herrlich aufgekratzt über die von Julia Hansen (nüchtern) ausgestattete West-End-Bühne sprintete. Am häufigsten fiel das Wort „Scheiße“, dann „total“, schließlich „verdammt“, zusätzlich garniert mit Unterleibsdelikatessen. Das ist kein Wortschatz, mit dem sich ein Freund der gehobenen Sprache ohne Grausen bewerfen lässt. Bei Marie und Boo geht es überdies und primär ums Amüsieren, um das Bestehen als Yard-Girl in einer Mädchen-Gang, um die nächste Mark, den nächsten Trip, den nächsten Fick. Rebecca Prichard hat für ihr Stück in einem Frauengefängnis recherchiert, man darf davon ausgehen, dass die Protagonistinnen samt ihrem miesen Milieu authentisch geschildert werden. Wenn es nun aber so ist, dass die Welt aufs Theater gehört, und zwar die ganze, ungeschönte Welt, dann darf man sich auch nicht vor so verkotzten Existenzen drücken. Durchhaltewillen gehört freilich dazu. Aber dann kommt die „Wende“. Gefängnis und Krankenhaus haben die beiden Mädchen auseinander gerissen, die Trennung wächst sich nach und nach zu einer Entfremdung aus. Bisher hatte man alles gemeinsam gemacht und teilte verachtendes Weltgefühl miteinander, etwa über scheißverdammte Spießer, die sich – siehe Berichterstatter – wegen des total tollen Wortes Scheiße winden können. Jetzt aber bekommen die beiden Girls eine irritierende Labilität in ihrer bislang total geschmiert laufenden Freundschaft zu spüren, sehen den unerschütterlich geglaubten Beziehungsrahmen bröckeln. Das macht sie betroffen, unsicher und auch bitter. Doch dass vor der schließlich eintretenden Trennung etwas Schönes war, daran werden sich die beiden immer erinnern. Die englische Autorin macht fremde Gefühle nachvollziehbar, die in ihrer Grundsubstanz derart fremd eigentlich nicht sind. So sympathisiert der Berichterstatter schließlich mit dem Stück, welches ihn zunächst so massiv abstieß. Das hat natürlich auch zu tun mit den beiden total erstklassigen Darstellerinnen, mit der verdammt aufgekratzten Inszenierung. Scheiße, wer hätte das gedacht? |
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Freundinnen fürs Lebenvon Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 4. Feb. 2003 |
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In den neunziger Jahren überschwemmten die Stücke des neuen britischen Sozialrealismus die deutschen Schauspielhäuser. Möglichst hart und provozierend erzählen die zumeist jungen Autoren von Arbeitslosigkeit, Prostitution und Gewalt. Auch das Stück „Yard Girl“ der 31-jährigen Rebecca Pritchard bezieht seinen Stoff aus diesem Milieu. Marie (Dunja Dogmani) und Boo (Claude De Demo) gehören zu einer Londoner Mädchen-Gang, ihr Leben spielt sich zwischen Discos, Rauschgiftszene und sexuellen Gefälligkeiten für Polizisten und Dealer ab. Warum sie uns ihre Geschichte erzählen, beantworten weder Pritchards Text noch die Inszenierung von Ingrid Gündisch im West-End-Theater. „Yard Girl“ besitzt keine Handlung, die Bühne von Julia Hansen zeigt einen anonymen Warteraum. Der Stoff hätte auch als Erzählung durchgehen können, und die beiden Darstellerinnen befinden sich in der reizlosen Situation, ihre Bekenntnisse frontal zum Publikum hin ausbreiten zu müssen. Aber Ingrid Gündisch und ihre Schauspielerinnen zaubern Leben in die konventionell gezimmerte Ästhetik der Vorlage. Hier spielt man weder die Betroffenheitskarte aus, noch übt man sich im prätentiösen Versuch, möglichst derb und abgebrüht vom Leben auf den Straßen zu berichten. Obwohl kaum auszumachen ist, wem das Leben übler mitgespielt hat, Boo, die in einem Heim aufgewachsen ist, oder Marie, die von ihrem Vater missbraucht wird, öffnet die erzählerische Attitüde den Blick für die Wirklichkeit der beiden. Es wird viel gelacht, wobei Dunja Dogmani das Publikum so einbezieht, dass sie immer wieder Reaktionen auf ihre unwiderstehliche „Anmache“ erhielt. Claude De Demo beherrscht eher die leisen, verschmitzten Töne. Beide profilieren sich als virtuose Erzählerinnen. Ingrid Gündisch lässt sie aufmerksam in jeden Nebensatz hinein horchen und den Text ganz im Spiel entfalten. So öffnet sie dem Stück eine zweite Realität, denn zunächst erzählen die beiden von einer Vergangenheit, in der Gewalt und Demütigung an der Tagesordnung waren; jede Episode verwandelt sich jedoch in eine Heldentat, einfach, weil man sie gemeinsam durchgestanden hat. Aber die Freundschaft wird auf ihre härteste Probe gestellt. Nachdem Marie einer Kontrahentin den Hals aufgeschlitzt hat, muss Boo ins Gefängnis, und nun beginnt der alte Freundschaftsbund zu bröckeln. Sensibel entwickelt sich dieses Abgleiten von der spaßigen Angeberei zur leisen Trauer, weil präzise Körpersprache und Gesten der Teenager in den erzählerischen Rhythmus einfließen und nicht großspurig zur Schau gestellt werden. So erhalten die beiden Charaktere psychologische Facetten, und es entwickelt sich eine Vitalität, die das Drama der Yard Girls zu einem kleinen Theaterereignis macht. Starker Premierenbeifall. |
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Das Leben präsentiert die Verlustrechnungvon Hans-Christoph Zimmermann, General-Anzeiger Bonn, 4. Feb. 2003 |
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Woher sie kommen? Egal. Wohin sie gehen? Noch gleichgültiger. Marie und Boo sind einfach da. Die Tür fliegt auf, und sie stehen im Rahmen, fixieren abschätzig-aufreizend das Publikum und grinsen. Und dann erzählen sie die Geschichte der Yard-Gang; von Therese und den andern Mädels, von Sex mit einem Polizisten, dem unfreiwilligen Selbstmord Deannes, dem Dealer Nero und dem Kampf mit Wendys Gang. Aber, eigentlich geht es um die Freundschaft zwischen Marie und Boo, sie bildet das Zentrum von Rebecca Prichards Yard Girl: Marie in braunem Velourslederrock und rotem Wildlederjäckchen ist die Verbindlichere, schaut kokett aus ihrem hochgestellten Kragen hervor und umwirbt die störrische Boo, die mit schwarz umrandeten Augen und gepiercten Lippen und Nase breitbeinig an der Rampe steht. Ganz behutsam erzählt die junge Regisseurin lngrid Gündisch von der emotionalen Annäherung der Mädchen; wie die coole Boo innerlich bebt, als Marie ihr zum Geburtstag gratuliert; wie sie in der Disco tanzen und sich auch mal anbrüllen: oder von Maries kindlicher Freude als Boo sie nach einer Messerstecherei im Krankenhaus besucht. „Yard Girl“ der 1971 geborenen Rebecca Prichard ist in Zusammenarbeit mit weiblichen Ex-Häftlingen entstanden, und diese behauptete Authentizität erweist erweist sich wie in ähnlichen Stücken als Fallstrick. Kunstvolle Gossensprache und ästhetisierte Wildheit zielen auf die unmittelbare Präsenz des Körperlichen, wie sie im Sex, der Stimulierung durch Drogen oder in Schlägerei und Messerstecherei aufscheint. Doch die Protagonisten müssen erst stillgestellt werden, damit sie bühnentauglich von ihrem wilden Leben erzählen können. Rebecca Prichard wählt dafür die Perspektive der Rückschau. Boo und Marie erzählen die Geschichte ihres früheren Lebens – mit gelegentlichen Rückfällen, in denen die Vergangenheit als Gegenwart behauptet wird. „Yard Girl“ ist somit auch ein Stück über das Erwachsenwerden, dem das Leben eine Verlustrechnung präsentiert; was verloren geht, ist die Unmittelbarkeit. Marie und Boo entdecken auf unterschiedliche Weise, dass das Leben plötzlich zerfällt in Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft. Regisseurin Ingrid Gündisch versucht klugerweise gar nicht erst diesen „streetfighting women“ einen Anstrich von Authentizität zu verleihen. Marie und Boo sind Kunstfiguren, die sogar fast ein bisschen zu deutlich auf einen weiblichen und einen männlichen Part festgelegt werden. Doch die Zuschreibung funktioniert, nicht nur weil mit Dunja Dogmani als Marie und Claude De Demo als Boo zwei hervorragende junge Schauspielerinnen auf der Bühne stehen, die – und hier liegt der Trick – in ihrer körperlichen Präsenz durch den zellenartig verengten Raum mit Sitzschalen und Heizkörper (Bühne und Kostüme: Julia Hansen) brillant unterstützt werden. Der Regisseurin gelingt ein verblüffender Reichtum an psychologischen Feinheiten, der bis zum völligen Umschlag der Rollenportraits reicht, wenn Marie fast emotionslos von ihrem Mord an Wendy erzählt und Boo bleich und verängstigt am Boden kauert. Am Ende hat Marie ein Kind zur Welt gebracht und es nach ihrer Freundin benannt, und Boo sitzt zwei Jahre wegen „gefährlicher Körperverletzung“ für Marie im Knast; die Gang ist Erinnerung, die Freundschaft auch. Vielleicht beginnt jetzt die Zukunft. Auch wenn die Spannung bei längeren Erzählpassagen manchmal etwas nachlässt, sich Wiederholungen einschleichen – zu Recht begeisterter Beifall für diese gelungene Inszenierung. |
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Wenig Risse im Eis des coolen Spielsvon Arndt Kremer, Kölner Stadt-Anzeiger, 5. Feb. 2003 |
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„Yard“ nennen die aus Jamaika stammenden Bewohner Londons eine überwiegend aus Jamaikanern bestehende Gang. Hauptstadt der „Yards“ ist „Hackney“, ein trister Stadtteil im Nordosten Londons. Industrie, Arbeitslosigkeit, Gewalt. Wer dort lebt, kommt meist keinen Yard vorwärts oder bleibt gleich liegen. Boo und Marie leben in Hackney und erzählen: von den „Yard Girls“, ihrer Mädchen-Gang; vom Abhängen, Anschaffen, Anmachen und Aufmischen; vom Tod ihrer Freundin Deanne, die benebelt vom Balkon fiel; von Knast- und Krankenhausaufenthalten; von ihrer beider Freundschaft und Entfremdung. Chance und Gefahr Rebecca Prichard lässt in „Yard Girl“ die Wirklichkeit der vergessenen Außenbezirke zur Sprache kommen: der Hackney-Slang von Boo und Marie korrespondiert mit ihrer existenziellen Wirklichkeit. Gleichzeitig tendiert die 31-jährige Britin dazu, vor allem erzählen und weniger szenisch spielen zu lassen. Das ist für eine Inszenierung Chance und Gefahr zugleich. Chancenreich ist es, weil so eine Distanz zu den Geschehnissen möglich ist, die - ganz im Brechtschen Sinne - das eigene Urteilsvermögen schärft, statt es einzunehmen. Nicht ungefährlich ist eine solche Vorlage, wenn die seelischen Tiefen zwar besprochen, aber kaum in Szene gesetzt werden: wie die Darsteller bleibt auch der Zuschauer in „cooler“ Entfernung zu den Gefühlen der Figuren. Ingrid Gündischs Inszenierung nutzt die Chance und entgeht nicht der Gefahr. Die Jungschauspielerinnen Claude De Demo und Dunja Dogmani als Boo und Marie spielen sicher, ja: souverän, lassen aber hinter dem Schutzmantel ihres Lächelns und ihrer stakkatohaft-schnellen Sprache nur selten die aggressiven Traurigkeiten und Sehnsüchte des harten Alltags von Straßenkindern durchscheinen. Dieser Panzer ist für sie lebensnotwendig und insofern bis zu einem bestimmten Punkt gerechtfertigt. Auch bewahrt Gündisch die Inszenierung vor Moralisierung. Nur hätte man sich doch gewünscht, dass hinter der Eisschicht des „coolen“ Spiels öfters Risse deutlich würden, öfters zumindest als in ein paar - dann allerdings grandiosen - Szenen. „Können wir gehen?“ fragen Boo und Marie am Ende in Richtung Publikum. Dieses wollte sie nicht gehen lassen: euphorischer Applaus. |
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